Websites werden künftig nicht mehr nur von Menschen genutzt. Auch KI-Agenten könnten dort selbstständig Informationen abrufen, Aufgaben erledigen und im Auftrag ihrer Nutzer Einkäufe abwickeln. Davon geht Google-Chef Sundar Pichai aus. Im Podcast „Sources“ sprach er darüber, wie künstliche Intelligenz das Internet und die Nutzung von Websites verändern wird.
Zwei Wege für KI-Agenten
Pichai sieht zwei Möglichkeiten, wie KI-Agenten künftig auf Websites zugreifen können. Einerseits können sie wie menschliche Nutzer durch Seiten navigieren, Schaltflächen anklicken und Aufgaben ausführen. Zum anderen entstehen neue technische Protokolle, über die KI-Systeme direkt mit Websites und Online-Diensten kommunizieren können.
„Ich denke, man hat hier zwei Optionen, die sich beide parallel weiterentwickeln werden.“, erklärte Pichai im Podcast „Sources“. Die Nutzung technischer Protokolle hält er langfristig für besser skalierbar. Bis sich entsprechende Standards durchsetzen, dürfte es allerdings noch dauern. Google arbeitet bereits an solchen Technologien. Ein Beispiel ist das Universal Commerce Protocol (UCP), das gemeinsam mit anderen Unternehmen entwickelt wurde. Es soll unter anderem ermöglichen, dass KI-Agenten Kaufprozesse im Auftrag ihrer Nutzer unterstützen und abwickeln können.
Neue Anforderungen an Websites und Sicherheit
Für Unternehmen dürfte diese Entwicklung weitreichende Folgen haben. Bisher richten sich Websites hauptsächlich an menschliche Besucher, die Informationen lesen, Produkte auswählen oder Formulare ausfüllen. Künftig könnten zunehmend automatisierte Systeme auf diese Funktionen zugreifen. Damit steigen auch die technischen Anforderungen. Neben der Integration neuer Schnittstellen ließe sich vor allem die Sicherheit stärker in den Fokus rücken.
„Bisher waren Websites technisch vergleichsweise einfach aufgebaut und bestanden hauptsächlich aus Inhalten und einigen Formularen. Wenn künftig auch KI-Agenten mit ihnen interagieren und neue technische Standards hinzukommen, steigt die Komplexität deutlich. Auch die Absicherung von Websites wird anspruchsvoller und wichtiger“, erklärt Nicolas Sender, Geschäftsführer der Sender Online Marketing GmbH und Experte für Suchmaschinenmarketing.
Der Wandel wird schrittweise erfolgen
Pichai erwartet keine sofortige Umstellung. Vielmehr würden KI-Agenten zunächst weiterhin klassische Websites über den Browser nutzen, während sich neue technische Protokolle nach und nach etablieren. Für Unternehmen zeichnet sich damit eine neue Entwicklung ab. Ihre Websites könnten künftig nicht mehr nur Informations- und Verkaufsplattformen sein, sondern auch als Schnittstellen für KI-Agenten dienen. Neben der Benutzerfreundlichkeit für Menschen werden damit zunehmend technische Zugänglichkeit und Sicherheit eine Rolle spielen.



